Der Elfertöter mit dem Augen-Blick-Trick
Wallhöfens Malte Drummer weist eine herausragende Quote beim Abwehren von Strafstößen auf
Wer einen Elfmeter im gegnerischen Fußball-Kasten versenken möchte, sollte darauf hoffen, dass ihm möglichst nicht Malte Drummer vom TSV Wallhöfen als Torwart gegenübersteht. Der Keeper der Altherrenformation sowie der zweiten Männermannschaft der Schwarz-Weißen wehrte in dieser Saison, Vorbereitung mit eingerechnet, bereits neun von zehn Strafstöße ab.
Von Karsten Hollmann | © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 6 Datum: 20.12.2011
Wallhöfen. Der 39-jährige Torwart Malte Drummer ist von Hause aus eigentlich Feldspieler. "Vielleicht kann ich mich deshalb besser in die Schützen hineinversetzen und ahne meistens die richtige Ecke voraus", gibt Drummer zu bedenken. Der heutige Keeper lief einige Jahre für den Post SV Oldenburg in der Kreisliga auf. Vor fünf Jahren verließ er dann Oldenburg, um nach Vollersode zu ziehen. Ein Jahr später schloss er sich der dritten Herrenriege des TSV Wallhöfen an, in der er im Feld antrat.
Dann wurde im Altherrenteam der Posten zwischen den Pfosten vakant. "Weil ich früher auch schon immer mal im Tor ausgeholfen hatte, habe ich mich zur Verfügung gestellt", erklärt Drummer. Seitdem kommt er nur noch selten aus dem Gehäuse heraus. "Im zweiten Männerteam spiele ich sogar lieber im Tor. Ich habe keine Lust, den vielen jungen Akteuren hinterherzulaufen", räumt Drummer ein.
In der Mannschaft von Trainer Ralf Haase in der 1. Kreisklasse Osterholz wechselt sich der frühere Postbote mit Florian Meyer im Kasten ab. "Für mich ist es eine ideale Konstellation. Ich habe zwei gleichwertige Keeper, von denen zumindest immer einer da ist", schwärmte Haase über sein Luxusproblem.
An Malte Drummer schätzt Haase, dass dieser sich auch mal ohne zu murren auf die Ersatzbank setze. Auf Dauer möchte sich Drummer aber als Nummer eins behaupten: "Für mich zählt das Leistungsprinzip. Wenn ich der bessere Torwart bin, will ich auch spielen." Er verstehe sich allerdings sehr gut mit seinem Rivalen Florian Meyer und habe auch Verständnis dafür, wenn ihm Meyer mal wieder vorgezogen werde: "Ralf will Florian schließlich nicht vergraulen. Deshalb habe ich auch keine Probleme damit, mal von der Bank aus zuzuschauen." Als Torwart hat Malte Drummer praktisch schon in jeder für ihn möglichen Mannschaft des Vereins mitgewirkt. Ab und an setzt er sich auch beim Kreisliga-Spitzenreiter auf die Bank. "Wenn es irgendwie geht, helfe ich überall aus", lautet seine Divise. Auch wenn er eine herausragende Quote beim Abwehren von Elfmetern aufweist, sei er immer froh, wenn der Gegner keinen Strafstoß zugesprochen bekomme, versichert Drummer.
"Ich kann gerne darauf verzichten, Elfmeter zu halten und provoziere solche auch nicht durch Fouls", sagt der Allrounder. Wenn es dann aber doch zu einer Eins-gegen-Eins-Situation vom Punkt komme, schaue er seinem Gegenüber genau in die Augen: "Ich gucke mir genau an, wohin die Augen des Schützen wandern. Dann bekomme ich das Gefühl für die richtige Ecke. Meistens klappt das." Nur ein einziges Mal gelang es einem Kicker, den Elfmetertöter zwischen den Pfosten der Altherrenmannschaft zu überwinden: "Da habe ich ausnahmsweise mal die falsche Ecke gewählt." Grundsätzlich gehe er aber immer von einer 50:50-Chance aus, den Ball abwehren zu können. "Malte ist ein sehr zuverlässiger und qualitativ guter Torwart", lobt Coach Haase seinen Schlussmann.
Der Fan von Werder Bremen und von Dynamo Dresden hat auch schon mal für ein halbes Jahr auf einer Almhütte in Österreich gearbeitet. "Das war aber auf Dauer nichts für mich", sagt Drummer.
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